Erziehung ohne Körperstrafen

 

Ausgangslage:
Nach wie vor muss eine Mehrheit der Kinder aus sogenannt erzieherischen Gründen Körperstrafen, körperliche Züchtigung oder körperliche Gewalt über sich ergehen lassen. Am heftigsten betroffen ist die Altersklasse der 0-4 Jährigen. Gemäss einer repräsentativen Erhebung bei 1'100 Personen aus der deutsch-, französisch- und italienischsprachigen Schweiz (11.-14. Juli 2007) durch das Institut Isopublic drückten 68% der Befragten ihr Einverständnis mit der Anwendung körperlicher Gewalt gegen Kinder (Klaps auf den Hintern und Ohrfeigen) aus. Andere Studien belegen, dass das effektive Ausmass der Körperstrafen noch höher liegt als die positive Einstellung dazu.
 
Folgen:
Schläge ziehen die unterschiedlichsten Folgen nach sich, kurz- und langfristige, physische und psychische. Von körperlich diagnostizierbaren Verletzungen abgesehen lösen die Schläge bei den meisten Betroffenen z.B. Wut und Ärger aus, Trotz, Negativismus, Widerstand, Ungehorsam, Vergeltungs- und Zerstörungwunsch, aber auch Resignation. Geschlagen zu werden ist, gerade wenn die Schlagenden die Eltern sind, eine Demütigung, die bei jenen, die häufiger geschlagen werden, in einem geringen Selbstwertgefühl münden kann. Kinder, die geschlagen werden, lernen dabei v.a. eines: Probleme mit Gewalt zu 'lösen', Gewalt zu akzeptieren und anzuwenden. Körperstrafen zu verhindern ist erwiesenermassen Gewaltprävention.
 
Was hilft:
Um das Ausmass der Körperstrafen zu verringern, sind Massnahmen auf unterschiedlichen Ebenen nötig. Wie neue Untersuchungen zeigen, ist ein explizites Verbot der Körperstrafen eine äusserst wichtige Rahmenbedingung. Darüber hinaus gilt es, die Bevölkerung, insbesondere die (zukünftigen) Eltern einerseits, sowie Fachleute aus dem pädagogischen, psychologischen, medizinischen und juristischen Umfeld und der Sozialarbeit zu informieren und zu sensibilisieren, entsprechend aus- und weiterzubilden.
Eltern müssen lernen können, ihre Kinder ohne Gewalt zu erziehen.
 
Dienstleistung:
Die Fachstelle Kinderschutz Kanton Solothurn bietet auf Anfrage Sensibilisierungs-, Informations- und Weiterbildungsveranstaltungen an.
Die Fachstelle nimmt gerne Anregungen und Anliegen zum Thema auf.

 

Die Referate zur Fachveranstaltung minimax zum Thema "Körperstrafen - akzeptieren, tolerieren, intervenieren?" vom 07.09.2011 können Sie hier downloaden!

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